Neue Entwicklungen
Hoffnung für Querschnittsgelähmte
Die neue Technologie wird nun in Europa erstmals ausprobiert und könnte einen Durchbruch für Querschnittsgelähmte bedeuten. Mit ihren Hirnimpulsen werden sie den Anzug steuern und so einen sehr großen Teil natürlicher Bewegungsfähigkeit wiedererlangen. Mit den speziellen Roboteranzügen wird Laufen möglich sein, damit die wesentlichste Beeinträchtigung von Querschnittsgelähmten überwunden werden. Der Ärztliche Direktor der Bochumer Klinik, Thomas Schildhauer, nannte als Testbeginn einen Zeitpunkt innerhalb des Jahres 2011. Die neue Methode war erstmals im Mai 2011 präsentiert worden.
In Japan werden die Anzüge schon in mehr als 70 Kliniken sowie in Pflegeeinrichtungen eingesetzt, die Anwendungen sollen sehr erfolgreich sein. Mit Bochum würde sich das erste europäische Krankenhaus an der praktischen Entwicklung beteiligen. zu der auch eine Anpassung der Körpergrößen der Anzüge gehört. Bislang sind sie speziell für asiatische Verhältnisse konstruiert worden. Die Entwicklung im medizinischen Bereich ist noch relativ jung, die Entwicklung von Cyborgs ist es nicht. Die ersten Versuche stammen aus den 1960er Jahren, sie scheiterten allerdings an der Physik. Frühere Cyborg-Modelle waren schlicht zu schwer, um filigrane Bewegungen umzusetzen.
Hilfe und Heilung
Cyborgs erfüllen in der Medizin generell zwei Aufgaben: Sie helfen, Beeinträchtigungen zu kompensieren, wenn Heilung nicht möglich ist, sie ermöglichen aber auch das Wiedererlernen von Bewegungsabläufen. Es wird vermutet, das mit vorübergehender Hilfe der Anzüge Querschnittsgelähmte am Ende auch allein wieder laufen könnten, allenfalls mit geringfügiger Unterstützung. Ein Anpassung von Mensch und Maschine wäre hierzu nötig, und das ist das Grundprinzip von Cyborgs. Sie sollen sich in ihrer Entwicklung menschlichen Bedürfnissen anpassen. Natürlich wird ein Querschnittsgelähmter dadurch nicht vollständig geheilt. Es ist aber denkbar, dass er die Cyborg-Unterstützung mehr und mehr nur punktuell nutzt und in der Programmierung an seine Bedürfnisse anpasst.
Mediziner setzen große Hoffnungen in die Technologie. Man erwartet dramatische Verbesserungen der Lebensqualität von Patienten, die durch angeborene Beeinträchtigungen oder Unfälle bislang schwer eingeschränkt sind.
Funktionsweise des Cyborgs
Der Roboteranzug reagiert auf Nervensignale des Körpers. Seit den 1990er Jahren ist die Forschung so weit, bioelektrische Impulse zu verarbeiten. Diese entstehen auf der Hautoberfläche aufgrund von Gehirnaktivitität. Der Cyborg misst die Signale und führt daraufhin mechanische Bewegungen aus. In Bochum werden die Mediziner erforschen, welche Patientengruppen mit dem Anzug am besten zurechtkommen. Die ersten auswertbaren Ergebnisse werden ab September 2011 erwartet.